Yuri Gorbach // Speed Reading

Yuri Gorbach // Speed Reading
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Schnell lesen und trotzdem den gesamten Text verstehen und alle Infos aufnehmen? Grad bei Sachbüchern wäre das nicht schlecht. Um das zu lernen, kann man entweder teure Kurse buchen oder günstige Bücher lesen.

Ich entschied mich quasi für letzteres: Ich las ein Buch. Und zwar das Buch, das Teil der Premiumversion einer Speed Reading App war. Die App ist gut, bietet eine Handvoll Übungen, das Buch ist eher nicht so doll.

  • darum lesen: ehrlich gesagt nur, weil es das Buch kostenlos zur App dazugibt
  • darum nicht lesen: Fehler, schlechtes Layout, überflüssige Inhalte

Nun, das Buch erfüllt zwei Aufgaben: Es ist ein Trainingstext, um schnell lesen zu üben. Die App bietet nämlich ein einteressante Funktion: jeder beliebige ePUB-Text kann geladen und dann in vier verschiedenen Lesemodi gelesen werden, um schnelles lesen zu trainieren. Finde ich großartig. So kann ich Bücher, die ich ohnehin lesen will, in mein Training einbauen. Schade allerdings, dass die Funktionen abgesehen von den vier Modi arg begrenzt sind. Man kann vor und zurückblättern. Das wars. Nichtmal ein Inhaltsverzeichnis gibt es.

Die zweite Aufgabe das Buches ist natürlich, über Speedreading zu informieren und das macht das Buch mehr schlecht als recht. Auf etwas 220 Normseiten breitet der Autor alles aus, was ihm passend erscheint, zwar thematisch gegliedert, aber in seiner Reihenfolge ohne erkennbaren Aufbau oder roten Faden. Er beschreibt, wie das Gehirn funktioniert und lässt sich dann Seitenwiese über Sekundärfähigkeiten und Techniken aus: Merkfähigkeit, Konzentration, Meditation. Brauche ich alles nicht.

Die Infos und Techniken, die tatsächlich direkt mit Speedreading zu tun haben, hätten auch auf 50 Seiten Platz gehabt. Yuri Gorbach beschreibt die Übungen und warum sie funktionieren, was ansich nicht schlecht ist. Der Text ist aber fehlerhaft, wurde offenbar nicht sorgfältig oder gar nicht lektoriert und wiederholt sich. Für keine einzige Info gibts eine Referenz oder Quellenangabe. Bisweilen sind die Infos arg lächerlich. Man soll sich bspw. ein Monster vorstellen, weil dann der aktuelle Gedanke von Fluchtgedanken überlagert wird. So kann man sich angeblich besser konzentrieren. Puh. Und die Angaben zum Training sind ebenfalls lächerlich. 20 Minuten Augengymnastik, 30 Minuten Konzentrationstraining, und am besten drei Stunden lesen. Is klar. Wer so viel Zeit hat, braucht auch kein Speedreading.

Gute App, mit eigenen Texten macht das Schnelllesetraining auch Spaß. Aber das beigefügte Buch braucht kein Mensch.

Yuri Gorbach // Speed Reading: All Secrets
1. Auflage, kostenlose Version der Premium App speed reading
Selfpublishing ohne Verlag
220 Normseiten (werden in der App in eigener Seitenzählung dargestellt)

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