Reif Larsen // Die Karte meiner Träume

Ich liebe Roadtrips. Ich bin gern selbst unterwegs, lese gerne darüber und sehe sie mir gerne als Film an. Das hier ist allerdings eher ein Traintrip. Und zwar ein ganz hervorragender mit den Themen Wissenschaft, Glaube, Familie, Schuld und Vergebung.

  • Take-Away: Auch Wissneschaft kann mystisch sein. Pure Vernunft darf niemals siegen.
  • Ein Buch für: Leute, die Roadtrips mögen. Leute, die Wissenschaft mögen. Leute, für die es OK ist, wenn der Hauptcharakter ein 12-jähriger Junge ist.

Das Buch vereint noch weitere Dinge, die ich mag: Landkarten, Statistiken, Amerika und außergewöhnliche Buchlayouts. Der Hauptcharakter ist ein 12-jähriger hochbegabter Junge namens T.S., der mich ansatzweise an Christopher aus The Curious Incidient of the Dog in the Night-Time erinnert.

Es gibt aber auch ein paar Dinge, die ich nicht mag: Etwa diesen seltsamen, wissenschaftlichen Geheimbund, der für seine mickrige Größe unrealistisch viele Dinge tut, immer am rechten Ort ist und viel zu oft Retter der Geschichte ist. Die eingeflochtene Geschichte über T.S. Vorfahren ist nett, ihr geht aber die Luft aus und erweist sich im Endeffekt als überflüssig. Den letzten Dreh der Geschichte, der die Rolle der Mutter aufklärt, kann ich nicht voll nachvollziehen.

Schön finde ich dagegen den Schreibstil und die Erzählweise. Und das Gleichgewicht zwischen Wissenschaft (mit der Reif Larsen ganz schön hart ins Gericht geht) und Religion (die Larsen ziemlich hart ran nimmt), zwischen Glaube und Vernunft, zwischen neutraler Beobachtung und blümerant geschilderten Stimmungen, die so vermutlich eher kein 12-jähriger Wissenschaftler formulieren würde, aber wurscht.

Allein wegen der hübschen Aufmachung werde ich das Buch immer wieder durchblättern.

Reif Larsen // Die Karte meiner Träume
5. Auflage 2013 // 2009
Fischer // The Penguin Press
435 Seiten

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