Die 5 besten Bücher 2018

Ich habe im vergangenen Jahr etwa 50 Bücher gelesen. Die wenigsten davon waren Neuerscheinungen, die Autoren kam aus allen Ecken der Welt. Und auch, wenn meine 5 besten Bücher aus 2018 eine extrem subjektive Auswahl sind, kann ich die Lektüre fast uneingeschränkt jedem empfehlem.

Freddy Derwahl // Der letzte Mönch von Tibhirine

Ein Buch, das weitgehend unterhalb des Radars fliegt. Halb Tagebuch, halb Ereignisbericht. Reportagenhafte Elemente. Sehr zurückhaltend erzählt. Bei einem kleinen Verlag erschienen. Es geht bei diesem Buch auch weniger um den Text, den Stil oder den Autor. Es ist die Geschichte, die unheimlich wichtig ist und zutiefst berührt. Und auch wenn sich diese Geschichte vor mehr als 20 Jahren abspielte, ist sie heute aktuell. Viele würden die Botschaft des Büchleins als naiv empfinden. Was wurde gewonnen, was erreicht? Nichts. Und dennoch besitzen die Mönchte mit ihrer radikalen und wahrhaft selbstaufopferungsvollen Feindesliebe einen Schlüssel, um die Welt zu verändern.

Freddy Derwahl // Der letzte Mönch von Tibhirine

Laura Hillenbrand // Unbroken

Unbroken ist schriftstellerisch so viel größer als Der letzte Mönch von Tibhirine. Laura Hillenbrand erzählt eine der fesselndsten Biographien des 20. jahrhunderts. Joey Zamperini wird vom armen Jugendlichen, der droht, in die Kriminalität abzurutschen zum gefeierten Leichtathletikstar, zum Bomberpiloten im zweiten Weltkrieg, zum japanischen Kriegsgefangenen, zum Drogenjunkie und zum geläuterten Christen. Er überlebt Haiangriffe, medizinische Experimente, Hungerqualen und eine Nachkriegsdepression. Ein Vorbild in Sachen Durchhaltevermögen. Eine solche Geschichte macht es dem Autor in gewisser Hinsicht leicht, sie zu erzählen. Aber Hillbrand hat wirklich großes vollbracht, bis ins letzte Details recherchiert und einem atemberaubenden Text verfasst.

Laura Hillenbrand // Unbroken

Viktor Frankl // Trotzdem Ja zum Leben sagen

Und nach was biographisches. Doch diesmal steht der Einzelne im Hintergrund. Frankl landete im zweiten Weltkrieg im KZ und beobachtete seine Mitgefangenen mit dem geschulten Auge eines Psychologen. Unendlich wertvolle Erkenntnisse. Wer ein KZ überlebt, kann wohl alles überleben. Und natürlich hatten diejenien, die nicht umkamen, eine gewisse Portion Glück. Aber sie hatten noch mehr: Die Hoffnung, auf ein besseres Leben. Etwas, was am anderen Ende des Leids auf sie wartete, wovon sie zehrten, worüber sie erzählten und was sie in ihren Träumen begleitete.

Viktor Frankl // Trotzdem Ja zum Leben sagen

James Ellroy // The Black Dahlia

Die biographischen Element schwinden. In The Black Dahlia arbeitet Ellroy zwar die Geschichte seiner eigenen Mutter auf und das, was ihr Tod mit ihm, dem damals efljährigen Jungen, angestellt hat. Er verwebt diese Erlebnisse zwar mit dem wirklich passierten Kriminalfall. Doch es ist eine echte Kriminalgeschichte, ein Detektivroman im Stile des Film-Noir: Düster, realistische, schockierend. Weil so viel echtes und wahrhaftiges in die Geschichte gewoben wurde, besitzt dieser Roman eine Intensität, die man ansonsten lange suchen muss. Es fängt unterhaltsam mit einem Boxkampf an und ja, dann wird es zäh. Doch die zweite Hälfte des Buches und ganz besonders das Ende entwickeln eine Wucht, die mich lange schweigend zurücklässt. Kann insbesondere die Ausgabe zur Verfilmung empfehlen, denn das Nachwort des Autors schließt dem Leser die Geschichte noch ein Stückchen weiter auf.

James Ellroy // The Black Dahlia

Roger E. Olson // The Mosaic of Christian Belief

Es gibt wenige theologische Bücher, die ich Christen wie Nichtchristen gleichermaßen empfehlen würde. Die Bibel gehört natürlich dazu. The Mosaic of Christian Belief ebenfalls. Tatsächlich eignen sich beide Bücher gemeinsam hervorragend dazu, sich ein gutes Bild vom Christentum zu machen. Die Bibel, weil man das Christentum ohne sie natürlich kein bisschen verstehen kann. Olsons Buch, weil es die wichtigsten Glaubenssätze aus dem breiten Spektrum der christlichen Denominationen heraus beschreibt und zeigt, wo die Gemeinsamkeiten und wo die Unterschiede liegen. Und auch für uns Christen handelt es sich um ein wichtiges Buch, weil es zum einen zeigt, dass wir so unterschiedlich doch gar nicht sind und außerdem, wie ein gemeinsames Verständnis aussehen kann, ihne dass eine Denomination die eigenen Traditionen oder das eigene Verständnis verraten müsste.

Roger E. Olson // The Mosaic of Christian Belief

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