Gabriel Audisio // Die Waldenser

Das Buch „Die Waldenser“ von Gabriel Audisio las ich zur Vorbereitung einer Predigt über die Bibel. Die Waldenser besitzen nämlich eine ganz besondere Geschichte. Es ist die einzige ketzerische Bewegung des Mittelalters, die heute noch aktiv ist. Damals entwickelten sie auf Basis persönlichen Bibelstudiums reformatorisches Gedankengut. 300 Jahre vor Luther.

  • Take-Away: Die Rezeption der Bibel veränderte sich zwar im Laufe der Jahrhunderte. Es gab aber immer wieder in der Geschichte Gruppen mit einem modernen Bibelverständnis.
  • Ein Buch für: Menschen mit Interesse an Kirchengeschichte.
Das Wappen der Waldenser
Lux Lucet in Tenebris // Licht in der Finsternis. Das Waldenserwappen. Bild: Joachim Schäfer / Ökumenisches Heiligenlexikon

Die Geschichten solcher Bewegungen, also die Geschichte der persönlichen Bibellektüre, zeigt, dass die Rezeption der Bibel über die Jahrhunderte gar nicht mal so großen Schwankungen unterlegen ist. Im Kern gelten die Überzeugungen der Waldenser auch heute noch, genau wie unter den ersten Christen. Die Botschaft der Bibel ist natürlich kulturdeterminiert, aber nicht in maßgeblichem Umfang. Vielmehr kommen Menschen, die an die Bibel glauben und sie auf eigene Verantwortung und mit eigenem Verstand lesen, zu sehr ähnlichen Ergebnissen – unabhängig von Zeitgeschichte und Kultur.

Das Buch hätte ich ohne den Predigtkontext wohl nicht gelesen. Stil und Aufmachung sind mir viel zu bieder. Es ist nicht streng wissenschaftlich geschrieben, lässt aber auch eine ansteckende Begeisterung fürs Thema vermissen.

Der Stoff an sich ist ziemlich spannend, vielleicht sollte ich mal den Waldenser-Roman Licht in der Finsternis von Siegfried Wittwer lesen.

Gabriel Audisio //Die Waldenser – Die Geschichte einer religiösen Bewegung
1. Deutsche Auflage 1996 // 1989
C. H. Beck
281 Seiten

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