Jane Austen // Stolz und Vorurteil

Jane Austen // Stolz und Vorurteil

Ich habe mich Jane Austen und Stolz und Vorurteil auf Umwegen genähert. Als erstes sah ich eine oder zwei Verfilmungen, dann las ich Stolz und Vorurteil und Zombies – und erst Jahre später endlich das echte Werk. Es hat sich gelohnt.

  • Take-Away: ein angenehmer Eindruck vom England des frühen 19. Jahrhunderts. Reiselust.
  • Ein Buch für: keineswegs nur Romanzenleserinnern

Ich sah mir die Verfilmung von Stolz und Vorurteil mit Keira Knightley an, weil es hieß, sie sei besonders gelungen. Tatsächlich fand ich den Film nicht schlecht, hatte aber nicht den Eindruck, die Geschichte gerne lesen zu wollen. Dann las ich Stolz und Vorurteil und Zombies. Weil ich Zombies mag und das Format witzig fand. Meine Frau ist allerdings großer Jane-Austen-Fan, alle ihre Werke stehen bei uns zuhause im Regal. Und so setzte ich ihr wichtigstes Buch mal auf die Liste.

Tatsächlich ist Stolz und Vorurteil eines der besten Bücher, die ich jemals gelesen habe. Der Stil ist hervorragend, ganz angenehm zu lesen, die Geschichte ist durchdacht, die Charaktere ausgearbeitet. Mir gefällt Austens Humor, auch wenn sie zu einigen ihrer Figuren ziemlich gemein ist. Allerdings behauptet Austen ziemlich viel – keine Ahnung, ob das zu den damaligen Lesegewohnheiten gehört. Heute würde man ihr einiges rausstreichen und fett SHOW DON’T TELL darunterschreien. Andere Autoren in meinem Bücherregal wie Thomas Mann oder Karl May fällt mir noch ein, haben aber ähnliche Stilmängel.

Auf jeden Fall ist Stolz und Vorurteil der beste Gesellschaftsroman, den ich gelesen habe. Es scheint mir, als ob beispielsweise die Buddenbrooks besser wären, hätte Thomas Mann den Text gekürzt. Keine Ahnung, ob Jane Austen das getan hat – aber das Buch ist kürzer, griffiger, konkreter. Oftmals halt einfach auf den Punkt – während Mann oder auch Tolstoi ewig rumlabern.

Im Nachhinein muss ich auch sagen, dass die Verfilmung tatsächlich ziemlich gut ist, mit Ausnahme mancher Besetzungen, wie Mr. Collins – der macht seinen Job gut, ist halt aber im Buch doch etwas anders beschrieben. Noch ein Satz zur Ausgabe: Nix prunkvolles. Buchausgaben zum Film mag ich eigentlich nicht so. Die Bilder aus dem Film stören eher. In diesem Fall fand ichs aber ok, weil ich ohnehin den Film zuerst gesehen hatte.

Ich vermute, das war nicht mein letzter Austen-Roman.

Jane Austen // Stolz und Vorurteil
4. Taschenbuchausgabe zum Film 2006 // 1813
Aufbau Verlag // T. Egerton
364 Seiten

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