Colin Urquhart // Mein Liebes Kind …

Colin Urquhart // Mein Liebes Kind …

Eigentlich lese ich gerade Von der Kunst, andere zu führen. Doch darin werden immerwieder Themen angestoßen, die ich gerne vertiefen möchte. In diesem Fall war es die Liebe Gotts zu uns Menschen. Aber Mein Liebes Kind ist leider kein empfehlenswertes Buch, weder zu diesem Thema, noch zu einem anderen.

  • Take-away: Du bist ein Kind Gottes, du bist erwählt, du bist geliebt.
  • Ein Buch für: Menschen, die relativ neu im Glauben stehen.

Colin Urquhart wurde von Gott beaufttragt, dieses Buch zu schreiben. Das mag sein und es ist nicht meine Aufgabe, das in Frag zu stellen. Nur finde ich es problematisch, diese Aussage an den Anfang eines Buches zu stellen. Der Leser wird das Buch entweder direkt auf den Müll schmeißen oder dem Buch eine zu große Autorität einräumen. Bei diesen Optionen, würde ich den Müll empfehlen. OK, es ist nicht soo schlecht. Aber es hat definitiv Schwächen und Fehler.

Das Buch nimmt die Perspektive Gottes ein und spricht zum Leser als „Mein liebes Kind …“ Und dann sagt Gott jede Menge über Liebe, Weisheit, Heilung, Freude, Heiligkeit und so weiter. Diese Aussagen basieren lose auf der Bibel, die entsprechenden Stellen zu den einzelnen sehr kurzen Kapiteln (maximal eineinhalb Seiten, oft wenige Zeilen und in zwei Fällen sogar nur eine Überschrift) sind hinten im Buch aufgeführt. Hätte man auch gleich zum Kapitel schreiben können, das hätte es dem Leser einfacher gemacht, in der Bibel zum Thema nachzulesen.

Die Grundaussage ist, dass Gott dich, lieber Leser liebt.Gar nicht mal so schlecht. Und zum Teil geht das wirklch meditativ ins Herz. Aber dass in der Bibel wirklich jedes Wort wahr sein soll? Wie jemand nur darauf kommen kann, Wörter anzuzweifeln, die direkt von Gott eingegeben worden sind? Mit beleidigtem Unterton. Es sind wohl auch die Worte für dieses Buch direkt von Gott eingegeben worden? Wie auch immer, das wirkt oftmals doch arg dogmatisch, selbstgerecht und manipulativ. Muss der Leser hat selbst rausfiltern, was er für sich annehmen will und was nicht. Ist ja bei jedem Buch so in gewisser Weise. Nur scheint sich Mein liebes Kind vor allem an frische Christen zu richten. Die Themen und Botschaften sind nämlich schon arg grundlegend. Und ich finde, da hätte Herr Urquhart schon etwas zurückhaltender sein sollen und nicht seine eigene theologische Sichtweise als ultimative Wahrheit aus Gotts Mund darstellen sollen.

Vom Inhalt mal abgesehen: Das Layout ist furchtbar, Völlug unklar, warum der Text manchmal nach einer halben Seite auf die nächste umspringt. Weißraum ist schön, wirkt so aber eher fehlerhaft. Die Kapitel sind zwar grob gegliedert. Diese Gliederung hätte man dem Leser aber auch verraten können. Hätte dazu beitragen können, dass sich der Leser auch nur zu einem bestimmten Thema Gottes Worte hätte durchlesen können.

Zum Thema Liebe Gottes habe ich bereits ein anderes schlechtes Buch hier besprochen: Die Liebe Gottes. Wird Zeit, auch mal ein gutes vorzustellen, oder?

Colin Urquhart // Mein liebes Kind…
4. Auflage 1993 // 1990
Verlag Gottfried Bernard // Hodder & Stoughton
253 Seiten

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