Wie ich wähle, was ich lese

Wie ich wähle, was ich lese

Die Bücher, die wir lesen, lassen uns genauso wenig los, wie die Geister, die wir rufen. Deswegen lese ich nicht einfach nur irgendwas, sondern wähle einigermaßen sorgfältig aus. In diesem Jahr habe ich zum ersten Mal einen Jahresleseplan erstellt. Jeden Monat zwei Bücher. Spannend wird sein, ob ich mit Büchern, die ich schneller lese, Wälzer und schwer lesbare Brocken ausgleichen kann. Auf meiner Liste steht zum Beispiel Infinite Jest. Ein Buch, das ich bereits seit vier Jahren lese und erst ein Drittel etwa geschafft habe. Und jetzt in einem Monat den Rest?

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Bild: The Rational Optimist

Ich lese Bücher aus drei großen Sachgebieten: Romane, theologische Literatur und säkulare Sachbücher.

Bei den Romanen handelt es sich um Jahrhundertwerke, um persönliche Empfehlungen oder um Empfehlungen anderer Bücherblogs, Magazine und so weiter. Ich lese gerne Bücher aus weniger kulturimperialistischen Ländern, also möglichst nicht nur anglo-amerikanischen Einheitsbrei. Ein willkürlicher Bestseller darf ab und zu dabei sein, einfach um zu sehen, was für ein Schrott so gelesen wird. Und wer weiß, vielleicht stoße ich dabei ja auch mal auf eine Perle. Üblicherweise traue ich einem Buch aber erst dann, wenn es über mehrere Jahre hinweg als lesenswert gilt.

Theologische Literatur sind mein primäres Interessengebiet: Bibelkommentare, theologische Fachbücher, Biographien und so weiter. Dazu kommen aber ebenso viele säkulare Sachbücher, thematisch relativ weit gestreut. Mindesten ein Buch pro Jahr soll aus einem Themengebiet kommen, dass mich eigentlich nicht interessiert, um meinen Horizont zu erweitern. Ein weiteres Buch sollte atheistisch sein, um meine Ansichten immer wieder überprüfen zu können.

Meine Backlist ist ellenlang, Empfehlungen wandern darauf, interessante Bücher aus Quellenlisten der Sachbücher die ich lese. Auf Flohmärkten schlage ich zu und bei interessanten Namen oder ausgefallener Aufmachung oder Layout. Diese Liste werde ich niemals abarbeiten können. Denn das Verhältnis zwischen den Büchern, die ich gelesen habe und jenen, die ich gerne lesen würde wird stetig ungünstiger. Diese Liste ist eine ewige Dokumentation des geistigen Fernwehs.

Headerbild: JürgenWald, „Bücher“
CC-Lizenz (BY 2.0)
Quelle: www.piqs.de

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